Das Lastschriftverfahren+ (LSV+) ist seit den 1990er-Jahren das Standardverfahren, mit dem Schweizer Banken wiederkehrende Beträge zugunsten von Versicherungen, Telekomanbietern, Krankenkassen oder Vermietern einziehen. Es funktioniert kontoübergreifend und wird von allen grösseren Banken unterstützt – im Unterschied zum bankinternen Debit Direct.
Ablauf
- Der Zahlungspflichtige unterzeichnet eine Belastungsermächtigung zugunsten eines bestimmten Rechnungsstellers.
- Der Rechnungssteller liefert seiner Bank periodisch eine Lastschriftdatei (heute typischerweise im ISO-20022-Format pain.008).
- Die Bank des Zahlers belastet das Konto und überweist den Betrag.
- Der Zahler hat in der Regel 30 Tage Widerspruchsrecht – daher das «+» im Namen.
Für Geschäftskunden gibt es das verwandte BDD (Business Direct Debit) ohne Widerspruchsrecht, weil zwischen Firmen schneller Klarheit gefordert wird.
LSV+ vs. SEPA-Lastschrift
| Merkmal | LSV+ | SEPA-Lastschrift (Core) |
|---|---|---|
| Geltungsbereich | Schweiz und Liechtenstein | SEPA-Raum |
| Mandat verwaltet von | Bank des Zahlers | Rechnungssteller (mit eindeutiger Mandatsreferenz) |
| Widerspruchsfrist | 30 Tage | 8 Wochen (autorisiert), 13 Monate (unautorisiert) |
| Datenformat | pain.008 (CH-Subset) | pain.008 (SEPA-Subset) |
Beide Verfahren werden von Schweizer Banken angeboten – LSV+ bleibt aber der Standard für Inlandzahlungen.
Bedeutung für die Buchhaltung
Im CAMT.053 erscheint eine LSV+-Belastung mit dem Bank Transaction Code PMNT/RCDT/DDBE bzw. als Soll-Buchung mit Hinweis auf den Rechnungssteller. Die Gegenpartei wird mit Name und IBAN ausgewiesen, sodass eine Zuordnung im Kreditorenmodul automatisiert möglich ist. Rückbelastungen bei Widerspruch erscheinen als separate Storno-Buchung mit Verweis auf die ursprüngliche Transaktion.
