Steuererklärung Schweiz: Kontoauszüge richtig aufbereiten
Die Steuererklärung gehört für viele Schweizerinnen und Schweizer zu den unbeliebtesten Pflichten des Jahres. Besonders zeitaufwendig ist das Zusammenstellen der Kontoauszüge und Bankbelege. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Unterlagen das Steueramt verlangt, wie Sie Ihre Kontoauszüge effizient aufbereiten und welche kantonalen Besonderheiten es gibt.
Welche Bankbelege brauchen Sie für die Steuererklärung?
Pflichtangaben im Wertschriftenverzeichnis
In der Schweizer Steuererklärung müssen Sie Ihr gesamtes Vermögen deklarieren. Dazu gehören:
| Angabe | Beleg | Wo in der Steuererklärung |
|---|---|---|
| Bankguthaben (Saldo per 31.12.) | Kontoauszug oder Saldoausweis | Wertschriftenverzeichnis |
| Bankzinsen | Zinsausweis oder Kontoauszug | Einkünfte aus beweglichem Vermögen |
| Wertschriften | Depotauszug | Wertschriftenverzeichnis |
| Schulden (Hypotheken, Kredite) | Schuldenausweis | Schuldenverzeichnis |
| Schuldzinsen | Zinsausweis | Abzüge |
Kontoauszüge als Nachweis
Das Steueramt kann jederzeit Belege für Ihre Deklaration anfordern. Kontoauszüge dienen als Nachweis für:
- Kontosaldi: Der Stand per 31. Dezember ist steuerrelevant
- Einkünfte: Lohn- und Honorareingänge, Mieteinkünfte, Dividenden
- Abzüge: Berufsauslagen, Weiterbildungskosten, Krankheitskosten
- Grössere Transaktionen: Bei ungewöhnlich hohen Eingängen oder Ausgängen kann das Steueramt Erklärungen verlangen
Kontoauszüge für die Steuererklärung vorbereiten
Schritt 1: Alle relevanten Auszüge beschaffen
Sammeln Sie Kontoauszüge aller Bankkonten – auch solche, die Sie selten nutzen:
- Privatkonten (Lohn- und Zahlungskonten)
- Sparkonten
- Vorsorgekonten (Säule 3a) – besonders relevant für den Vorsorgeabzug
- Geschäftskonten (bei Selbstständigkeit)
- Fremdwährungskonten
- Gemeinschaftskonten
Laden Sie die PDFs aus dem E-Banking Ihrer Bank herunter:
Schritt 2: Kontoauszüge in Excel umwandeln
Wandeln Sie die PDF-Kontoauszüge mit SmartKontoauszug in Excel um. So können Sie:
- Transaktionen durchsuchen und filtern
- Steuerrelevante Buchungen markieren
- Summen für bestimmte Kategorien berechnen
- Belege für das Steueramt schnell finden
Schritt 3: Steuerrelevante Transaktionen identifizieren
Durchsuchen Sie Ihre Excel-Datei nach steuerrelevanten Buchungen:
Einkünfte:
- Lohneingänge (Vergleich mit Lohnausweis)
- Mieteinnahmen
- Dividenden und Zinsgutschriften
- Nebeneinkünfte (Freelancing, Vermietung etc.)
Abzüge:
- Berufliche Weiterbildungskosten
- Berufsauslagen (Fahrtkosten, Verpflegung, Arbeitskleidung)
- Krankheits- und Unfallkosten (über Selbstbehalt)
- Spenden an gemeinnützige Organisationen
- Säule-3a-Einzahlungen
- Hypothekarzinsen
- Liegenschaftsunterhalt
Schritt 4: Belege organisieren
Erstellen Sie eine übersichtliche Belegliste mit:
- Datum der Transaktion
- Beschreibung / Verwendungszweck
- Betrag
- Kategorie (Einkommen, Abzug, Vermögen)
- Verweis auf den Kontoauszug (Bank, Monat)
Kantonale Unterschiede bei der Steuererklärung
Die Schweiz hat 26 Kantone mit unterschiedlichen Steuergesetzen. Hier einige wichtige Unterschiede:
Einreichung
| Kanton | Online-Plattform | Kontoauszüge digital einreichbar |
|---|---|---|
| Zürich | ZHprivateTax / ZHserviceTax | Ja, als PDF-Upload |
| Bern | TaxMe Online | Ja, als PDF-Upload |
| Luzern | eFiling Luzern | Ja |
| Aargau | eFiling Aargau | Ja |
| St. Gallen | eTaxes | Ja |
| Basel-Stadt | eSteuern | Ja |
Fristen
Die Einreichungsfrist variiert je nach Kanton, liegt aber in der Regel bei:
- 31. März des Folgejahres (die meisten Kantone)
- 30. September (einzelne Kantone, z.B. für bestimmte Steuerpflichtige)
- Fristverlängerung: In den meisten Kantonen kostenlos möglich
Kantonale Abzüge
Einige Abzüge variieren stark zwischen den Kantonen:
- Berufsauslagenpauschale: Unterschiedliche Pauschalbeträge
- Krankheitskostenabzug: Unterschiedliche Selbstbehalte
- Kinderabzug: Variiert zwischen ca. CHF 6'500 und CHF 13'000
- Liegenschaftsunterhalt: Pauschale oder effektive Kosten (Wahlrecht)
Spezielle Situationen
Selbstständige und Freelancer
Als Selbstständige oder Selbstständiger müssen Sie eine separate Geschäftsbuchhaltung führen. Kontoauszüge des Geschäftskontos sind dabei zentral:
- Exportieren Sie Ihre Geschäftskontoauszüge in Excel
- Kategorisieren Sie alle Buchungen (Umsatz, Materialaufwand, Personalkosten, Betriebskosten etc.)
- Erstellen Sie eine Erfolgsrechnung (Gewinn/Verlust)
- Der Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit fliesst in Ihre Steuererklärung ein
Für die Buchhaltung empfehlen wir den Export als CSV und den Import in Buchhaltungssoftware wie Bexio oder Banana.
Ehepaare und eingetragene Partnerschaften
In der Schweiz werden Ehepaare gemeinsam besteuert. Das bedeutet:
- Kontoauszüge beider Partner sind relevant
- Gemeinschaftskonten müssen deklariert werden
- Auch getrennte Konten müssen im Wertschriftenverzeichnis erscheinen
Immobilienbesitzer
Wenn Sie eine Liegenschaft besitzen, sind folgende Kontoauszug-Positionen steuerrelevant:
- Hypothekarzinsen: Abzugsfähig als Schuldzinsen
- Liegenschaftsunterhalt: Renovationen und Reparaturen (sofern nicht wertvermehrend)
- Nebenkosten: Nur teilweise abzugsfähig
- Mieteinnahmen: Steuerpflichtiges Einkommen (bei vermieteten Liegenschaften)
Wertschriften und Kapitalerträge
Schweizer Kapitalgewinne aus der Veräusserung von privatem Vermögen sind in der Regel steuerfrei. Aber:
- Dividenden: Steuerpflichtiges Einkommen
- Zinsen: Steuerpflichtiges Einkommen (Verrechnungssteuer anrechenbar)
- Gewerbsmässiger Wertschriftenhandel: Kann als Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit qualifiziert werden
Aufbewahrung von Kontoauszügen
Gesetzliche Fristen
- Privatpersonen: Keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht, aber empfohlen für 10 Jahre (Nachsteuer-Verjährungsfrist)
- Selbstständige: 10 Jahre Aufbewahrungspflicht (Art. 958f OR)
- Unternehmen (AG, GmbH): 10 Jahre Aufbewahrungspflicht
Digitale Aufbewahrung
Kontoauszüge dürfen digital aufbewahrt werden, sofern:
- Die Integrität der Daten gewährleistet ist
- Die Lesbarkeit über den gesamten Aufbewahrungszeitraum sichergestellt ist
- Bei Bedarf ein Ausdruck erstellt werden kann
Excel-Dateien von SmartKontoauszug erfüllen diese Anforderungen. Speichern Sie die Dateien zusätzlich zur PDF an einem sicheren Ort.
Häufige Fragen
Muss ich Kontoauszüge der Steuererklärung beilegen?
In den meisten Kantonen müssen Sie Kontoauszüge nicht standardmässig einreichen. Sie müssen aber die Kontosaldi per 31. Dezember deklarieren und bei Nachfrage Belege vorlegen können.
Was passiert, wenn ich ein Konto nicht deklariere?
Das Verschweigen von Bankkonten stellt eine Steuerhinterziehung dar und kann zu Nachsteuern (inkl. Verzugszinsen) und Bussen führen. Seit dem automatischen Informationsaustausch (AIA) werden ausländische Konten automatisch den Schweizer Steuerbehörden gemeldet.
Kann ich die Kontoauszüge direkt digital einreichen?
Ja, die meisten Kantone bieten heute Online-Steuerportale an, über die Sie PDF-Dokumente hochladen können. Sie können auch die Excel-Auswertung als Zusammenfassung beifügen.
Sind die Kosten für SmartKontoauszug steuerlich abzugsfähig?
Für Privatpersonen in der Regel nicht. Für Selbstständige und Unternehmen können die Kosten als Geschäftsaufwand geltend gemacht werden.
Bis wann muss ich meine Steuererklärung einreichen?
Die Frist variiert je nach Kanton, liegt aber meist beim 31. März des Folgejahres. Eine Fristverlängerung ist in den meisten Kantonen kostenlos möglich.
Fazit
Die richtige Aufbereitung Ihrer Kontoauszüge spart bei der Steuererklärung nicht nur Zeit, sondern hilft auch, keine Abzüge zu vergessen. Mit SmartKontoauszug wandeln Sie Ihre PDF-Kontoauszüge in wenigen Sekunden in durchsuchbare Excel-Dateien um – ideal, um steuerrelevante Transaktionen zu identifizieren und Belege für das Steueramt zusammenzustellen.
Beginnen Sie am besten schon während des Jahres mit der monatlichen Auswertung – so wird die Steuererklärung am Jahresende zum Kinderspiel.
